Kerzenherstellung: So entsteht die perfekte Kerze



 

Kerzenherstellung: So entsteht die perfekte Kerze


Draußen versinkt die Sonne hinter dem Horizont und drinnen hält die abendliche Gemütlichkeit Einzug. Das sanfte Licht einer Kerze ist hier genau der richtige Stimmungsmacher. Doch wie sieht es eigentlich mit der Produktion der schönen Wachsgebilde aus? Welche Materialien braucht es, welche Technik ist am besten geeignet und wie kannst du dich selbst in der hohen Kunst der Kerzenproduktion versuchen? All das und noch mehr findest du heraus, wenn du weiterliest.


Welche Arten der Kerzenherstellung gibt es?

Stumpen-, Stab- oder Formenkerze? Bienen-, Paraffin- oder Rapswachs? Kerze ist nicht gleich Kerze. Je nach gewünschter Form, Größe und Material kommen in der Herstellung unterschiedliche Techniken zum Einsatz, um den jeweiligen Anforderungen zu entsprechen. Zu den gängigsten Arten zählen

· Kerzengießen

· Kerzentauchen

· Kerzenziehen

· Kerzenpressen

Während die Presstechnik vor allem in der industriellen Herstellung von Kerzen – insbesondere bei Teelichtern, Stumpenkerzen oder Grablichtern – Anwendung findet, eignen sich das Kerzentauchen und Kerzengießen besonders gut für die Kerzenproduktion zuhause.


Das Kerzentauchen

Beim Kerzentauchen wird der Kerzendocht von Hand immer und immer wieder in flüssiges Wachs getaucht, so dass eine Schicht auf die nächste folgt, bis die Kerze die gewünschte Dicke erreicht hat. Diese Technik zählt zu den ältesten Verfahren der Kerzenherstellung und kommt in erster Linie für die Produktion von Stabkerzen und Peitschenkerzen zum Einsatz.


Das Kerzengießen

Auch das Kerzengießen kann problemlos in den eigenen vier Wänden ausprobiert werden. Alles, was es dazu braucht, sind Wachs, Kerzendocht und Gießformen in der gewünschten Größe. Das Gießen ist die typische Technik für die Herstellung von Stumpenkerzen. Daher eignen sich zum Beispiel Joghurtbecher, alte Marmeladengläser oder spezielle Kunststoff- oder Silikonformen. Der Docht wird in die Form eingehängt und diese anschließend mit dem flüssigen Wachs aufgefüllt.

Profitipp: Nach dem ersten Abkühlen bildet sich rund um den Docht ein Hohlraum, was durch das Zusammenziehen des Materials passiert. Hier kannst du noch einmal etwas flüssiges Wachs nachgießen, um die Unregelmäßigkeit auszugleichen.


Das Kerzenziehen

Eine weitere Technik, die vom Prinzip her dem Kerzentauchen ähnelt, ist das Kerzenziehen. In diesem Fall passiert das Eintauchen in flüssiges Wachs horizontal (daher auch „ziehen“) und maschinell: Der Docht wird einige hundert Meter weit gespannt und immer wieder durch das Wachsbad gezogen, so dass sich eine Schicht über der nächsten bildet. Dieses Produktionsverfahren kommt beispielsweise für Christbaumkerzen zum Einsatz.

Zum Abschluss, damit die Kerze stabil und gerade steht, wird sie nach dem jeweiligen Herstellungsverfahren noch begradigt. Dazu kann sie entweder auf eine heiße Platte gedrückt, oder – bei dünneren Kerzen – die Unterseite einfach glatt abgeschnitten werden.


Welches Wachs für welche Kerze?


Bei der Entscheidung welches Wachs verwendet wird, steht man vor der Qual der Wahl. Günstiges Paraffin oder lieber das hochwertigere Stearin? Oder doch besser ganz natürliches Bienenwachs?

Generell gilt, dass pflanzliche Wachse wie Rapswachs, Sojawachs oder Kokosfett zwar teurer sind, aber auch eine sehr viel bessere Öko-Bilanz aufweisen als das aus Mineralöl gewonnene Paraffin. Gleichzeitig brennen sie besser und vollständiger ab und rußen dabei weniger.

Für die DIY-Kerzenherstellung zuhause wird gerne auf Wachspellets zurückgegriffen, da dieses Granulat sich leicht dosieren lässt und sehr gleichmäßig schmilzt. Genauso können aber auch alte Wachsreste verwendet werden, um den bereits niedergebrannten Kerzen durch Upcycling neues Leben zu schenken.


Der richtige Kerzendocht

Bei der Auswahl des Dochts ist es ganz wichtig, vorab Größe und Umfang der Kerze zu definieren. Hat der Docht nämlich nicht die passende Stärke kann es vorkommen, dass die Kerze nicht richtig abbrennt, das Wachs sich zu schnell verflüssigt oder die Kerze rußt. Zur Wahl stehen Flachdocht oder Runddocht, sowie Fackeldocht und Glasfaserdocht – wobei letzterer nicht selbst verbrennt und eher für Öllampen oder Gartenfackeln eingesetzt wird.

Neben der richtigen Dochtstärke gilt es beim Runddocht auch auf die Laufrichtung zu achten, damit sich die Flechtstränge beim Abbrennen nach außen spreizen und die Flamme dadurch groß und schön wird. Beim Flachdocht hingegen spielt die Laufrichtung keine Rolle, weshalb dieser besonders beliebt bei Hobbybastlern ist.

Kerzenherstellung: Raum für Kreativität

Hat die Kerze ihre Form erhalten und ist abgekühlt und hart geworden, kann die kreative Weiterbearbeitung beginnen. Um dem Leuchtkörper eine ganz persönliche Note zu verleihen, gibt es eine Vielzahl an Techniken zum Kerzenverzieren, wie etwa

· Dekorieren

· Modellieren

· Patinieren

· Bemalen

· Bedrucken

· Gravieren


Fazit

Für die Herstellung von Kerzen gibt es ganz unterschiedliche Techniken – je nachdem welche Materialien verwendet werden und ob die Kerze industriell oder in Handarbeit gefertigt wird. Für die DIY-Technik sind Kerzentauchen und Kerzengießen hervorragend geeignet und beim anschließenden Verzieren kannst du dich kreativ austoben. Wichtig ist, der Umwelt zuliebe auf hochwertige und nachhaltige Materialien zu achten.


Hast du die Kerzenherstellung bereits selbst ausprobiert oder hast du es vielleicht nun vor? Hier findest du das passende Bastelset für deine handgefertigte Kerze.


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